Poesiealbum 1. Teil (2. Teil 3. Teil)
Aus der Reihe "Wiedergeburt" (Diese vier Gedichte erschienen zuerst in Sleipnir. Zeitschrift für Kultur, Geschichte und Politik 4/1997) ich war dir dankbarauf dem boden des fasses wie man dankbarer hätte nicht sein können
du sagtest mir der stern da oben und die krume hier unten und der ozean dazwischen kennt das eine schuld das böse du kamst und wischtest beiseite die kleinen wichtigtuer die sich etwas einbildeten
auf ihre entdeckungen ihre lehren ihre maßgaben ihre unfähigkeit ihre blindheit sie rotierten in ihren kästen herum wichtig ernst endgültig welcher gott erlaubte ihnen ihre dummheit
in welchem lichte standen sie jetzt im schutze welcher macht von wem nur erhielten sie diese genehmigung zur allgemeinen abtötung ihrer selbst vor wieviel tausend jahren muß die angst entstanden sein
daß welche meiner lächerlichen verbrechen anlaß gaben zur grenzenlosen begrenztheit ihrer stinkenden armseligkeit ich entbot den deutschen gruß1 schrie euch von sieben acht neun millionen ins gesicht
was aussah wie eine provokation mit der ihr glaubtet davonzukommen war nur eine verfluchte beleidigung des führers des augenblickes als wir einmal durchdrungen waren mit bewußtsein von fuß
bis kopf den wir oben hielten diesen gruß als ausdruck meines standes auf der erde im all ihr aber standet in der pfütze eurer mikrobenhaften schließmuskel der gruß mit dem ich mein recht wahrnahm
zu sein würdig und selbstbestimmt ganz durch und durch wahrheit in allen fasern meines fleisches frei doch bis auf eure gehechelte entrüstung wart ihr nicht zu rühren euch entquollen
die ewig gleichen bedenken ihr nichtswürdigen nichtsnutze korruptes gesindel eure oma bloß gut daß sie schon tot war vergreift euch nie wieder an unserer sprache für euer nachgeplapper
euer unvergleichliches gewinsel nicht ein funken leben durfte in euch dringen eure hysterie hätte euch weggespült heil [...]!2 obwohl es euch nichts anging ob ich ein nazi war oder nicht
hatte ich ums verrecken willen dazu zu stehen stand ich zu allem was unser volk gewesen war schloß ich alles mit liebe ein niemals würde ich auch nur einen verraten sogar euch nachtjacken
werde ich noch in die arme nehmen und wir werden lachen lachen lachen lachen heil [...]!3 ihr arschgeigen erst wenn wir es uns fröhlich zuriefen wir gemeinsam durch den tag marschierten
das lied unseres helden horst4 auf den lippen mit ruhig festem schritt und tanzen und springen würden würde ich meinen frieden mit euch machen eine provokation und doch keine provokation ihr verstandet alles
bloß das nicht nie würde ich euch zu kreuze kriechen ihr penner unser volk beleidigen lassen von euch nicht ihr hustenbonbons schmalbrüstige schwuchteln wißt ihr was das ist freiheit nicht mehr nach links
und nicht mehr nach rechts äugen ängstlich aus euren panisch gelassenen augen winseln müssen nicht daß ihr denkt ich will nicht nur mit euch finsterprinzen nichts zu schaffen haben
es ist die ganze schon vor euch seit jahrtausenden bekackte bagage eurer erzeugerserzeuger dabei war es doch nicht zu viel verlangt aber ehre war nicht grammweise zu haben wie eure henkerswurst
verrecken sollt ihr dran jedes schweigen ist eine erlösung für euch war es nicht genug vor euren geldgebern zu kuschen an ihrem thron zu kriechen ihren trog auszulecken nein ihr mußtet sie
nicht erbärmlich genug heilig sprechen alles aber das war zu viel doch euer größtes vergehen war als ihr stolz eure kinder mißbrauchtet indem ihr sie in die welt setztet die armen bälger
denn bestechlichkeit ist erblich zieht tief rein in die lenden feiges geschlecht mutter natur sah sich noch alles sehr geduldig an sie hatte großes verständnis irgendwann hoffentlich würdet ihr
ihr überdrüssig werden ihr memmen hättet ihr ihre güte endgültig ramponiert wie ihr auf das reine herz unseres volkes immer wieder einstachet wie ihr sie urinieren lassen habt in seine reinsten bäche
unser zärtlichstes volk habt peitschen lassen könnt ihr wenigstens jetzt nur einmal liebe für euch selbst empfinden wie ihr euch unseres wehrlosen volkes stille unschuld als das gegenteil habt einreden lassen
unendlich feiges gesocks habt wortlos sein leid in deutscher erde versickern lassen oh und der väter opfertod was habt ihr mit ihm gemacht fast unauslöschlicher furchtbarster frevel der über euch kam
kniet jetzt nieder und reckt die hände und rettet was zu retten ist fleht sie an um eurer seelen heil fleht sie an um vergebung daß ihr sie vergessen habt werft euch zu boden und schenkt euren vätern endlich
wonach sie sich schon so lange sehnen und euch stumm bitten unter rußlands weiter erde allein wie ungeboren nur mit euch lieben in gedanken jetzt steht auf und tragt sie ihnen an eure ganze liebe
still für euch allein weint nehmt euren kranz geht mutig hin zu ihnen erlöst sie endlich in eurer umarmung und gebt ihnen die ehre ergänzungen: meines standes (und) bestehens
daß ich aus dem rattenloch trat in das sie uns gejagt haben und mich zum leben zurückmeldete 1Sleipnir: ??? ... Frage: In Deinen
Verlautbarungen, wie jüngst bezüglich des Prozesses gegen den Verlag der Freunde, bezeichnest Du Dich als Linksnationalen. Was ist darunter zu verstehen?"Linksnational" ist die heutige Bezeichnung einer
ubiquitär, einer integral emanzipativen Grundhaltung; die vollständig freiheitliche Grundeinstellung äußert sich heute im Linksnationalen. Das heißt, für uns Linksnationale muß alles freiheitlich durchdrungen sein, alle
Bereiche des Seins. Das Freiheitliche pendelt in seiner Akzentuierung zwischen dem Kollektiven und dem Individuellen in der Zeit hin und her. Heute haben wir es – bei einer allgemeinen Verwahrlosung und seuchenhaften
Verwrackung der Einzelnen – mit einer Unterdrückung und Beraubung des Transpersonellen, Zwischenmenschlichen, des Gemeinschaftlichen zu tun. Das Gemeinschaftliche ist auf einer bestimmten, auf der bekanntesten und wohl
auch wichtigsten Ebene das Volkliche und Nationale. Aber auch das Regionale und das Familiale, Kontinentale und Globale ist wichtig. Infolgedessen ergreift der Libertäre heute genauso Partei für das Kollektive. Er will
die Kommune der freien Menschen, das freie Spiel der individuell-kollektiven Dialektik. Die Freiheit des Einzelnen wird heute in seiner Assoziationsfreiheit angegriffen, und zwar von Kräften, die an einer
Zersplitterung, Atomisierung, letztlich zum Zwecke der Versklavung, interessiert sind. Diese permanente Emanzipation, das freiheitliche Pendel kann sich morgen schon – wir gehen davon aus, daß gesellschaftliche
Veränderungen schon bald stattfinden werden – politisch als Individualismus äußern; das ist wie die Begriffsfluktuation, die wir in Rußland seit Gorbatschow gesehen haben, wo auch niemand mehr recht wußte, wer nun
gerade "links" und "rechts", "Reformer" oder "Konservativer" war. Für uns steht "links" für Bewegung, für freies Fließen, für Veränderungen. Reinhold Oberlercher als
68er legt heute besonderes Gewicht auf das Gemeinschaftliche, ist heute, obwohl ein absolut integraler Denker, Linksnationaler, "Nationalmarxist". Andere 68er haben stagniert, sind nicht mit den Veränderungen
der Zeit gegangen, haben den Geist verraten, sind heute die Gehilfen derjenigen, die sie früher – man muß sagen: scheinbar – bekämpft haben. Viele Anarchisten haben heute erkannt, daß sie diese Art Zerstörung und
Auflösung der gesellschaftlichen Bande nicht im Sinn hatten; trotzdem bleiben sie anarchisch, freiheitsliebend. Ich als Linksnationaler reflektiere genauso Geister der radikalen individuellen Emanzipation wie Wilhelm
Reich oder Arthur Janov, wie Leute wie Michael Kühnen, der die Befreiung des deutschen Volkes in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten gestellt hat. Das paßt für uns gut zusammen. Wir stehen in der Tradition der nationalen
Fraktion der 68er Bewegung mit Leuten wie Dutschke, Rabehl und eben Oberlercher. 2 Sleipnir: ??? ... Frage: Also eine Art "Nationalkommunismus"? "Nationalkommunismus" ist ja ein Pleonasmus. Ganz
einfach "Kommunismus" wäre das richtige, obwohl das schon wieder nach GULag klingt, oder meinetwegen Kommunalismus analog zu "Sozialismus", jedenfalls ist der letztere nicht angezeigt. Oberlerchers
Verdienst ist es ja gerade, die Unterscheidung von Sozialem und Kommunalem wieder thematisiert zu haben. Goebbels fügte – um welche Gemeinschaft soll es denn gehen? – eben nur noch das Adjektiv "deutsch"
hinzu; er sei ein deutscher Kommunist, sagte er. Jürgen Elsässer erinnert ja völlig zurecht daran. Es ist eben bloß traurig, daß sich die deutsche Linke so was sagen lassen muß und nicht selber darauf kommt. Und zu
feige ist, sich dazu zu bekennen. In dem Streit zwischen junge Welt und jungle world ist das schön herausgestellt worden. Ich bedaure übrigens sehr die Spaltung und das Ende der alten jungen Welt; gerade das Anarchische
der jungler und das Völkische der Weltler paßt doch unbedingt zusammen. 3 Sleipnir: ??? ... Frage: Für einen Außenstehenden ist es bestimmt harter Tobak, sich zusammenreimen zu müssen, daß da jetzt einer, der sich
als links und Nationalanarchist bezeichnet wie Du, ausgerechnet wegen Volksverhetzung vor Gericht steht. Nein, im Gegenteil, das paßt heute leider zusammen. Der Libertäre läßt sich nichts vorschreiben. Es ist doch
kein Zufall, daß die meisten Revisionisten Linke sind oder Libertarier wie der Amerikaner James J. Martin. Ich habe versucht, die Ansichten der französischen Revisionisten wie beispielsweise Serge Thion, Pierre
Guillaume, Jean-Gabriel Cohn-Bendit oder auch Alain Guionnet und zuletzt Roger Garaudy in Deutschland bekannt zu machen, eben bloß zur falschen Zeit. Hans Magnus Enzensberger konnte das in den frühen 80ern noch
ungestraft tun. Heute "distanziert" er sich natürlich davon und läßt uns sogar verfolgen. Es ist überhaupt erstaunlich, was einige Schriftsteller noch in den 80er Jahren von sich gegeben haben, die sich nach
‘89 dann vor Panik in ihr Schneckenhaus zurückgezogen haben. Ich denke z.B. an Rolf Schneider und Günter Kunert in Aufsätzen zum Thema deutsche Nation. Dabei kriegt man doch auf diese Weise sehr schöne Komplimente wie
das einer Antifa-Zeitung, die uns als Verleger und Herausgeber von Sleipnir als "Tiefenrevisionisten" bezeichnet hat. Ich hoffe, mich dieses Kompliments in all seinen Dimensionen noch als würdig erweisen zu
können in der Zukunft. Volksverhetzer sind doch heute nur Leute, die das Denken nicht abschalten und die sagen, was sie denken. Es ist ein ganz trauriges und ein absurdes Schauspiel, was hier läuft. Ausgerechnet die
Hüter einer Ordnung, die sich freiheitlich-demokratisch nennt, werden zu Verfolgern des freien Wortes, der freien Forschung. Eigentlich eine Schande. Es ist mir schon richtig peinlich, auf die Grund- und sogenannten
Menschenrechte pochen zu müssen. 4 Sleipnir: ??? ... Frage: Ist Dir die Nähe zu einigen Rechten, in die Du gerückt wirst und mit denen Du ja tatsächlich Kontakt hast, dann nicht doch unangenehm? Du wirst mir doch
nicht sagen wollen, daß da nur Leute herumlaufen, die die Freiheit über alles stellen! Du wirst lachen, aber da sind doch viel mehr Freiheitliche unterwegs als man denkt. Für mich sind das Linke, auch wenn sie diese
Bezeichnung nicht gern hören. Sie unterliegen einer gewissen Trägheit und nehmen leider und dummerweise die Haltungen ein, die die Herrschenden ihnen diktieren. Die Anliegen vieler Rechter sind völlig in Ordnung und
jeder fühlende Mensch muß sich mit ihnen solidarisieren, wenn sie verfolgt werden. Leider bedienen sie bloß oft genau die Stereotype, die die Gegner von Veränderungen von ihnen zeichnen. Sie kommen mir manchmal wie
Löwen im Käfig vor, die furchtbar fauchen. Mit allen Unterdrückten bin ich solidarisch. Wenn sie sich selber als Unterdrücker herausstellen sollten, werde ich solidarisch mit ihren, den zukünftigen Opfern sein. Leider –
da hast Du recht – sieht es bei manchen danach aus. Aber heute sind sie’s eben nicht, sind die Unterdrücker andere. Die meisten – ich möchte mal sagen: normalen – Linken sehen das nicht, meines Erachtens aus
Geistesträgheit, aus Unehrlichkeit und aus Feigheit. Immer dann, wenn sie die Gelegenheit haben, sich wirklich für Bedrängte einzusetzen, bleiben sie zu Hause oder sitzen auf irgendwelchen langweiligen Konferenzen von
Menschenrechtsheuchlern herum. Schön doof. Wie man dermaßen der herrschenden Ideologie auf den Leim kriechen kann, ist schon phänomenal. Ich glaube, diese Pappenheimer, von denen ich jetzt spreche, wissen das eigentlich
sehr genau; sie sind bloß wahnsinnig ängstlich und feige. Wenn nur einige etwas offener, ehrlicher und mutiger wären, könnten wir in Deutschland und in Europa in der Zukunft eine schöne Sache auf die Beine stellen. Aber
leider sieht’s noch nicht danach aus, eher nach einer einfachen Umkehrung der Verhältnissse: daß nämlich eine rigide Rechte mit einer immer reaktionäreren Politik an die Macht kommt, Herrschaften wie Schönbohm, Dregger
und so weiter, die jetzt plötzlich ein’ auf national machen, mich aber immer an eine Zeile bei Bob Dylan erinnern: "They say that patriotism is the last refuge to which a scoundrel clings."
leute wie schahak und chomsky
es gibt leute die sind so voller radikaler kritik voller ehrlichkeit glaubwürdigkeit sie sind rücksichtslos wollen nur vor sich selbst bestehen nur ihrem wissen und ihrem gefühl für gerechtigkeit gerecht werden
natürlich haben auch sie ihre blinden flecke ihre ausrichtung ihre bildung chomsky hat noch nichts von sheldrake und schahak noch nichts von faurisson gehört aber nennt mir doch welche die so offen sind
wie thion wie guillaume auch wenn sie nicht alles kennen sind sie doch die vorbilder der menschheit ich hätte vorgezogen es nicht sagen
nicht mich wichtig machen zu müssen alles klang wie programmiert wie
jetzt werd ich euch mal was sagen doch gleichzeitig fühlte ich es wie ich dich liebte als du süß um das lagerfeuer herumtorkeltest uns umarmtest uns zärtliche dinge sagtest wie du hilflos deine übersprudelnde
jugend entdecktest ich war stolz auf dich bewunderte deine saubere haut deine lichten augen deinen witz deinen geraden körper warum mußte ich es wahrnehmen es benennen es sagen es schreiben
es hätte verborgen bleiben können und nichts wäre passiert ist es das gerade alles war nur kunst mit der nichts anzufangen war ich wußte nicht ob es das war oder nicht und doch saßest du neben mir und der geist
kreiselte aus deinem gesicht und weinte ich später als ich abgetrennt fern es dir sagen mußte du sagtest nicht in der lüge leben zu wollen
und daß du es wissen wolltest der teufel kam raus und das heilige
unterlassene ausgebliebene versöhnungen die zeit zerrann wir trugen das falsche ab von mal zu mal stück um stück ich trieb dich zur weißglut doch du hattest die macht wirf sie hin gib sie ab
du drehtest durch ich wollte dich bemitleiden aber so lange du dicht hieltest warst du mein feind es ging weiter der kampf ungleich doch sah die schwäche wie der sieger aus und macht wie ohnmacht
kein gewinner kein verlierer wir zogen an einem seil jeder an seinem ende ja es wissen wollen zu unseren tagen es würde erst aufhören am ende unserer tage ich klang gequetscht und spärlich lag still
geizte mit jedem atemzug sagte nur das nötigste ich konnte mich dir nicht öffnen nach dem was geschehen war wir gehörten zusammen doch warst auch du überfordert du solltest mich rausholen
doch du wußtest es nicht erst recht nicht wie meine vorwürfe waren umsonst auch sie konnte ich mir sparen leben oder tod ich ging ein ins jenseits der tod war schön still friedlich allein
ich ruhte sanft hörte geräusche doch es war der tod den ich nicht wollte ich will läbben sagte die polnische hure und sie hatte recht ich fragte dich ist der friede möglich du sagtest ja er ists
wir wollten alle leben wir würden uns reiben aber das war kein krieg vorläufig war frieden todfrieden auf allen ebenen ich kam am friedhof vorbei da lagst du der du von uns gegangen warst
wie ein rätsel ohne lösung deine schwester so klein und unschuldig von ihr wollten wir es wissen was es ist mit dem tod sie lächelte wußte nicht wie ihr geschah süßer engel er wollte leben
kannte den tod nicht oder zu gut du warst das große tabu unmittelbar nebenan wo die kondolenzen eingingen die schwarzen ränder jetzt achtung die angst vorm schwarzen rand ja das war er
die hinterbliebenen allein abgewandt isoliert wie verstoßen wir gingen rüber gaben unser beileid ab das mit dem schwarzen rand das grün der wiesen war tief dunkel das große geheimnis das stets mitschwang
das dunkle licht überschattete alles als du dich von der brücke stürztest mitten hinein auf den hof wo du deinen kleinen platz fandest in frieden und ruhe mit all den anderen armen gerippen
die gelebt und jetzt das makabre privileg hatten drüben zu sein im jenseits unter der erde ich wollte es nicht wissen wollte farbe sein unter farben durch blumengärten spazieren duft unter duft
baum unter baum wollte vibrieren wie der ball in der luft der volleyball wie er waberte seiner bestimmung entgegen der bestimmungsort hieß gegnerisches feld das ihn freudig aufnahm Peter Jagodczynski: Ganovenvisagen
Seht, wie sie feist grinsen,dicke Zigarre in der Fresse. Alles geht in die Binsen, egal, Siegerpose für die Presse. Seht ihre bösen, versoff‘nen Gesichter,vom Regieren keinen Schimmer. Doch in den Sesseln hockt weiter das Gelichter,
macht alles noch viel schlimmer. Ob als Anziehäffchen für Edelzwirn,oder als Alcapone-Verschnitt.
Wohl schon zu viel Rotwein im Hirn, macht jede Medienscheiße mit. Ein Spitzbube tauchte recht schnell unter,vertrug er die Zigarren nicht? Machte dann die Exkumpane runter, weil er sich nun wähnte im besseren Licht. Seht, die Wurstfresser grinsen ungeniert,auch wenn so mancher aufgeflogen, denn er war geschmiert.
Wird auf einen anderen Posten geschoben. Big Boss in Übersee pafft selber gern Zigarre.
Gangsterbosse geben sich so wie sie, seine Lakaien hart an der Kandarre. Hoch lebe die Bürgerliche Demokratie! [weiter mit Gedichten von Peter Töpfer:] Das gegenseitige Glück
Es sieht so ausals stünde es kurz vor der Vollendung immer wenn es zum Greifen nahe ist und wir uns an den Händen fassen sieht es aus als
spielten wir verliebtes Paar als sei dies die Generalprobe mit der eigentlichen Besetzung noch in der Garderobe die Stars treten auf immer nur in der Zukunft in einem Stück namens gegenseitiges Glück
immer wenn es soweit istflippt der Hauptdarsteller weg von seiner Partnerin hinein in einen anderen Film ein persönlicher Dreh in die Vergangenheit
immer wenn dem Glücknichts mehr im Wege steht mäkelt er an der Regie herum muß er Dinge sagen die nicht vorgesehen waren
ist er in einer anderen Rolle von der Rolle Die eigentlichen Gedanken, die Sekunde der wahren Empfindung, die Zeit(Das Gedicht erschien zuerst in Sleipnir. Zeitschrift für Kultur, Geschichte und Politik 4/95)
Die eigentlichen GedankenSie schwingen immer mit Sind immer gegenwärtig In ihrer Ruhe und Größe Sind sie die steinernen Riesen der Osterinseln Um sie herum wirbeln allerhand unnötige umsonstige überflüssige
Fremde aufgedrängte aufgehalste und falsche Gedanken Sie warten still daraufDaß man sich ihnen zuwende Und sie um Hilfe bitte
Dann muß man sie anschauen Und wahrnehmen Es ist alles nur WartenAuf die Sekunde der wahren Empfindung Die manchmal wiederkommt
Von einstens als sie immer dauerte Und dann passiert sieBei einer Musik Einem Geruch Der die Erinnerung auslöst Eine Farbe rot Ein Gefühl
Die Sicht eines Tages Das Licht einer Stimmung Als ob die Augen mit der Welt Eins wären endlich sehen UnvorbereitetHuscht sie dahin Blitzt etwas entlang Etwas wie Freiheit Was war es und Wie kann ich es halten Die ZeitHatte einst einen riesengroßen weiten Gekrümmten Rücken Und es dauerte ein Jahr Bis man herum war Heute Ist sie ein Raster, eine Buckelpiste
Eine Straße aus lauter Gräben Die nicht endet Frieden
Oh wie hasse ich und fürchte ich die Gewaltich meine die unfreiwillige oder wenn die freiwillige außer Kontrolle gerät wenn plötzlich der Kick vorbei ist und die Rübe vom Rumpf rollt
woran man nicht so richtig gedacht hatte ich weiß wovon ich spreche ich kenne die Süße der Gewalt war Hool und habe geboxt aber ich kenne auch das Leid der Kinder ohne Väter ohne Mütter
kenne die Dunkelheit auf Dauer des zerstörten Lebens geht mir weg mit Eurem Härte-Kult Ihr wißt nicht was Ihr sagt wißt nicht wie sie wiederkamen die Gepreßten und Freiwilligen
die lebendig gefallen und tot begraben sind wißt nicht um den Schmerz des kleinen Mädels das seinen Vater so liebte und brauchte der jetzt unten liegt auf dem Meeresgrund Und Ihr bleibt mir fern Pazifistenpackdie Ihr Latten von Ansprüchen Forderungen und Bedingungen habt bevor Ihr zur Verhandlung erscheint
so viel ist er Euch wert der Frieden so sehr wißt Ihr alles besser so sehr seid Ihr eingebildet und wißt wie der Frieden auszusehen hat ihr würdet jedem die Eier schleifen lassen und friedlich dabei zusehen
der nicht Eurer Meinung ist wie der Frieden auszusehen hat haut ab Ihr Scheißer es hat nur einen ehrlichen und wahren Pazifisten gegeben und das ist unser Held Rassinier den Ihr totgeschwiegen habt
weil Ihr Euch zu Tode geschämt habt aber er lebt in unseren Herzen und mahnt uns auch Euch Kassengeburten an den Tisch zu lassen von dem Ihr uns noch mit Gewalt ausgrenzt
denn Ihr seid schlimm und könntet die Welt in Schutt und Asche legen Das innere Geheimnis So hoch wie Rugby-Tore sind die Pallisaden umDas innere Geheimnis Sie stehen stolz und spitz und verrichten ihren Dienst Niemand darf sich ihnen nähern
Niemand unwürdiges Auch ich selbst nicht Zu viele Schlammschlachten Zu viel Dreck am Stecken Es ist eine lange und gründliche Prozedur Der Reinigung Vor das innere Geheimnis treten zu dürfen
Sie dauert Jahre Drinnen wartet es wie ein Baby durch die Zeit die nie vergeht jetzt verstehe ich Warum keiner der atztekischen Krieger die vielen Stufen hinauf
Und durch die dicken Mauern der Pyramiden treten durfte Wo das Geheimnis begraben lag Deutsche hinter welchen Mauern Liegen eure Heiligtümer Eure Ringe und Amulette gebunkert Unter welchen Bergen Müll
Liegen eure reinen Seelen verschüttet Ich hätte nie gedacht wie schwierig Wie verschlossen der Zutritt ist Mein Leben lang habe ich es auf zentnerschweren Bahren Mit mir herumgetragen auf allen Prozessionen
Das kleine Geheimnis Und tat so als bräuchte ich es nur anzuschauen Um es zu lüften doch das war ein Irrtum Es war bestgehütet Es ging unter im Lärm der Umzüge Im Gebrüll des Hosiannas
Es wußte nicht wie ihm geschah Wir trugen es auf den Schultern und schwitzten Das kleine süße Herz Wie die Schweden nach Lützen Dieses Alles Keiner wollte es sehen Nur bejubeln wollte man es
Man hätte sich ihm still nähern müssen Wie auf Zehenspitzen Keine Hymne keine Ode schreiben Jede sekunde bereit
Hört das denn nie aufDaß ich nie einschlafen kann Nie ruhig sein kann Ohne es als verrat an dir zu empfinden Wenn ich einschlafe und ruhig binHeißt das nur Ich brauche dich nicht Aber ich brauche dich
Eigentlich brauch ich dich nichtIn diesen momenten Ich könnte so ruhig sein So selig einschlafen Aber da schreckt es mich auf
Daß ich dich verlieren könnte Wenn ich nicht jede sekunde bereit bin Auf dich zu reagieren Du sähest mich schlafenohne interesse an dir
wrestling federation was den endgültigen beweis brachtedaß die zivilisation nur pisse ist und all ihre beknackten apologeten daß war heute die berichterstattung
über die neuesten kämpfe der wrestling federation als der undertaker und sein kontrahent ich schaltete gerade den fernsehrer rtl 2 ein an seinen namen kann ich mich leider nicht mehr erinnern
aber was sind schon namen auf dem boden lagen und sich nicht mehr bewegten das dauerte minuten bis sich plötzlich beide wie ein mann wieder aufbewegten dazu diese genialen kommentare
und die reklame der sexnummern zwischendurch und ich dachte kurz an frank castorff und einar schleef und wie sie alle heißen dann ging plötzlich der schiedsrichter zu boden die massen tobten
und die titten waren geil nulltarif wrestling federation für mich waren sie schon immer die größten sophokles, rimbaud, villon, ihr könnt sie alle vergessen wrestling federation
stellt sie alle meilenweit in den schatten der coach des undertaker er sah aus wie der teufel woher nehmen diese leute dieses talent ??? woher nur?? Andere wichsen zehn jahre auf schauspielschulen herum
oder an provinztheatern oder an staatstheatern aber hier die wrestling federation das war alles real ohne irgendeine regieanweisung ich möchte den regisseur kennenlernen
und ihm den letzten nobelpreis überreichen und posthum an céline an bukowski an pessoa an den regisseur der sexwerbung céline wo bist du heute soll ich dein wiedertäufer dein wiedergänger dein wiederkehrer
dein waldgänger werden jünger könnt ihr alle vergessen der brave kiergegaard jetzt ist die werbung vorbei und die wrestler machen weiter es sind die realsten viecher seit wilhem reich
nur diese sinnlosen muskelpakte müßten nicht sein aber er spricht gut er spricht gut kein vergleich mit schauspielschülern wie sang prince einstens nothing compared to you...
nein es gibt nichts genialeres als die kommentatoren von rtl2 nein das ist mein letztes wort mister ass schraubte sich hoch ließ sich elegant fallen dann stemmte er ihn hoch und atmete dann nur noch tief durch
als er ihn fallen und am boden sah und wieder kamen die kommentare vor denen gerhard hauptmann hendrik ibsen mögen sie alle liebe kerle gewesen sein nur verblaßten wie mußten sie voller neid
auf ihren landvillen rtl2 sehen und daß sie es nie schaffen würden was diese wahren künstler so nebenbei schafften zu ehrlichen kommentatoren-tarifen hier hält nur noch hamsum mit
aber eigentlich kannst du alle intellos vergessen mister ass saß in der ecke der x factor unterlag ”hervorragend gemacht, ist das vielleicht der sieg??” schrie der kommentator der kommentator
als neuer superkünstler george lucacs drehte sich im grab vor vergnügen er nahm all seine vorbehalte gegenüber der brechtschen verfremdungstechnik zurück bloch vergaß...
der president der wrestling federation blickte grimmig... die ”einzige noch verbleibende super macht” zeigte ihre wahre super macht einzig in den bildern der wrestling federation
sie konnten nicht mehr getoppt werden nicht mal von den bildern der dauerwerbesendung die schon nicht schlecht waren die wrestling federation schon dieser name sprich es mir immer wieder vor
sag es mir noch einmal wrestling federation nenn mir all die namen zeig mir die manager zeig mir die total verstrahlten fans diese ehrlichen direkten völkischen fans mit ihren schildern
keiner würde je ahnen was auf ihren schildern stand oder was sie damit meinten es stellte alles in den schatten was rom gesehen hatte was vietnam war was auschwitz war die wrestler waren die einsamen stars
die kommentatoren die trainer die manager rtl2 alles war so perfekt genial schon dieses dahin gekritzelte logo wf dieses understatement ich hörte es immer wieder konnte nicht genug davon kriegen
meine freundin lag dahause mit krebs sie mußte sterben aber ich sah nur die wrestling federation ein richtiger wrestler das gibt dir all die schmach zurück die du glaubst erlitten zu haben
jetzt schalten sie um auf s/w geschickt auf diese idee wäre selbst charles chaplin nicht gekommen wenn er buntfernsehen gehabt hätte der holocaust grinste mich an das ambiente der arena glitzerte
ihr erzähltet uns von talenten? ihr erzähltet uns von kunst? von tragödien komödien? Ihr sahet nicht die wrestling federation wer sollte die psychogramme schreiben von wrestlern, fans und officials?
Die tiefsten rätsel der westlichen zivilisation als sie plötzlich den kampf die leiterkonstruktion des domes verlegten wer verstand es welche rollen spielte irgendein verständnis?
Bloch, marcuse, ihr könnt sie vergessen amis vergeßt endlich eure irak-einsätze den kosovo und euren komischen brzezinski alles was ihr wirklich geleistet habt war die wrestling federation
Gott ich war wirklich bereit dir überall hin zu folgen wohin dein wind mich trüge
da würde ich sein wollen ich hatte nichts zu verlierenund nichts zu gewinnen Poesielbum 2. Teil |